Edelmetallmärkte unter dem Einfluss globaler Spannungen | KW11
Die zweite Märzwoche 2026 war an den Rohstoffmärkten von hoher Volatilität geprägt. Maßgeblicher Treiber war die Eskalation in der Straße von Hormus, die den Ölpreis über die Marke von 100 USD pro Barrel hob und die Nachfrage nach Gold als „sicherem Hafen“ massiv verstärkte. In der Spitze kletterte der Goldpreis am 10. März auf über 5.230 USD, bevor zum Wochenschluss eine technische Konsolidierung einsetzte.
Marktdynamik und Zentralbanken
Trotz der geopolitischen Prämie verhinderten die stabilen US-Inflationsdaten von 2,4 % einen weiteren Ausbruch nach oben, da die erhofften Zinssenkungssignale ausblieben. Während Gold die psychologisch wichtige Marke von 5.000 USD erfolgreich verteidigte, zeigte sich Silber deutlich anfälliger für Marktkorrekturen. Nach einem Hoch bei 90 USD fiel der Kurs bis zum 13. März auf circa 82 USD zurück.
Besonderheiten für den deutschen Markt
Für Anleger im Euroraum zeigte sich eine zunehmend entkoppelte Preisentwicklung. Der Euro tendierte gegenüber dem US‑Dollar schwächer, was die Goldpreise in lokaler Währung zusätzlich stützte. In der Folge verharrten die Notierungen für die Feinunze in Deutschland weitgehend stabil in einer Spanne zwischen 4.430 EUR und 4.450 EUR (Schlusskurse) (Intraday zwischen 4.382 EUR und 4.489 EUR), obwohl der Dollarpreis zwischenzeitlich stärker schwankte.
Die Nachfrage nach physischen Anlageprodukten wie Krügerrand, Maple Leaf oder Wiener Philharmoniker blieb angesichts der drohenden importierten Inflation durch hohe Energiepreise ungebrochen. Käufer müssen sich jedoch weiterhin auf erhöhte Aufgelder einstellen, da die anhaltende Marktunsicherheit das verfügbare Angebot verknappt und die Spreads entsprechend ausweitet.
Stand: 13. März 2026 | 12 Uhr
Kleiner Exkurs: Warum der Silberrückgang stärker ist, als er aussieht
Der Rückgang des Silberpreises von 90 USD auf 83 USD wirkt in absoluten Zahlen gering, ist aber tatsächlich eine deutliche Bewegung. Entscheidend ist die prozentuale Veränderung: Ein Minus von fast 8 % innerhalb weniger Tage entspricht bei Silber einer kräftigen Korrektur. Da Silber im Vergleich zu Gold viel günstiger ist, erscheinen die Dollarbeträge kleiner, obwohl die Marktbewegung groß ist. Zudem ist Silber traditionell volatiler, weil es sowohl Edelmetall als auch Industriemetall ist. Nach einem außergewöhnlich hohen Niveau wie 90 USD reichen daher schon moderate Marktimpulse, um eine spürbare Gegenbewegung auszulösen.

